Wildlife in Borneo – In 20 Fotos durch den Dschungel

Borneo ist nicht nur die drittgrößte Insel der Welt, sondern auch einer der einzigartigsten Orte der Erde.  750.000 Quadratkilometer beherbergen eine unglaubliche Vielfalt von Lebensräumen. Angefangen mit dichtem tropischem Dschungel bis hin zu komplexen Korallenriffsystemen, die an den Küsten gefunden werden.

Die Insel ist bekannt, als einer der Biodiversitäts-Hotspots der Welt. Sie beherbergt einige der seltensten und einzigartigsten Tiere auf der Erde. Viele davon sind nur auf Borneo zu finden. Dazu zählen Arten wie der Orang-Utan, Pygmäen-Elefanten und Nasenaffen. Daneben gibt es eine unglaubliche Fülle von Vogelarten, darunter acht verschiedene Arten des Hornbills, dem Nashornvogel. .

Nasenaffen – Proboscis Monkeys

Einzigartig in Borneo sind die Nasenaffen. Dominant durch ihre unübersehbare Nase, ihren dicken und prallen Bauch und manchmal auch durch ihre rote und nicht zu übersehende Männlichkeit. Der Grund für die großen Nasen der Männchen ist nicht vollständig bekannt.

Wahrscheinlich hilft die Nase bei ihren hupenden Geräuschen, vielleicht ist die Pracht im Gesicht auch einfach nur ein Mittel um Artgenossinen zu verführen. Die Männchen haben die längsten Nasen aller Primaten – 10cm ist üblich, ältere Nasenaffen haben eine Nasenlänge von bis zu 17cm.

Die Nasenaffen sind die weltweit größte Affenart, und eine ihrer überraschenden Eigenschaften ist wahrscheinlich ihre Menschlichkeit. So sitzen sie auf Bäumen und lassen ihre Beine baumeln, ganz entspannt. Aktiv werden die Affen zur Dämmerung, und selbst beim Fressen, sind sie die Ruhe selbst.

Leider sind Nasenaffen aufgrund des schweren Lebensraumverlusts nun als gefährdet gelistet. Auf Borneo, gibt es allerdings immer mehr geschützte Lebensräume für die Nasenaffen.

Hier habe ich die Nasenaffen auf Borneo gesehen:

Meinen Artikel über den Kuching Weltlands Nationalpark findest du hier: Kuching Wetlands Nationalpark – Oder auch: Das Wohnzimmer der Krokodile

Die Nase der jungen Nasenaffen wächst mit dem Alter
Nasenaffen erweisen sich als äußerst fotogen
Auch bei der Nahrungssuche lassen sich Nasenaffen nicht stören
Manchmal haben die Nasenaffen schon fast menschliche Züge
In jeder Lebenslage sind die Tiere die Ruhe selbst

Orang-Utans

Diese wunderschönen Geschöpfe sind ganz einzigartig – sie sind die einzige große Affenart die außerhalb Afrikas lebt. Sie sind auf eine ganz besondere Art und Weise an ihren Lebensraum angepasst und verbringen viel mehr Zeit in den Bäumen als ihre afrikanischen Artgenossen, die Schimpansen, Bonobos und Gorillas.

Orang-Utans bauen sich Nester um zu schlafen und schwingen sich mit ihren großen, langen Armen durch die Baumkronen. Die Tiere sind bekannt für ihre Intelligenz: Einige Gruppen wurden schon mit Werkzeugen entdeckt. Andere bauen sich aus Blättern regendichte Dächer für die Nester. Experimente in den 1960er Jahren zeigten außerdem, dass sie in der Lage sind, grundlegende Zeichensprache zu lernen.

Baby-Orang-Utans sind den menschlichen Babys sehr ähnlich. Sie verbringen allerdings bis zu 10 Jahre bei ihrer Mutter. Bei ihr lernen die Kleinen zu klettern, zu schwingen, zu fressen und Nester zu bauen.

Waisen, die an den Rehabilitationszentren ankommen, werden mit Erwachsenen zusammengebracht. Ihre menschlichen Betreuer können sie nicht lehren, was sie wissen müssen um in der Wildnis zu überleben. Orang-Utans essen Obst, Rinde, Honig, Blätter und Insekten – aber einer ihrer liebsten Leckerbissen ist die sehr gewöhnungsbedürftige Durian.

Hier habe ich die Orang-Utans auf Borneo gesehen:

Meinen Artikel über Orang Utans, mit Tipps für das Spotting und den Orten, findest du hier: Orang Utans in Borneo: Sarawak und Sabah – Hier kannst du sie sehen

Meist „hängen“ die Orang-Utans irgendwo ab
In Aufzuchtstationen werden die Tiere gefüttert
Oft kommen bis zu 10 Tiere zur Fütterung und bringen natürlich die Jungen mit
Auch Orang-Utans können ganz entspannt abhängen

Malaienbär – Sun Bear

Die Bären leben in abgelegenen Waldgebieten. Nachts erwachen sie und streifen herum, um Früchte, Insekten und sogar kleine Nagetiere und Reptilien zu fressen. Ihre lange Zunge hilft ihnen, Honig direkt aus Bienennestern zu saugen.

Ihre sanfte Natur ist Fluch und Segen. Leider gibt es eine hohe Nachfrage für die Babys, um sie als illegale Haustiere zu halten. Die Bären sind stark vom aussterben bedroht und verschwinden nach und nach aus den Wäldern.

In Sepilok in Sabah, gibt es das weltweit einzigartige Sun-Bear Conservation Centre. Eine Auffangsstation in denen die Bären in Ruhe leben können. Hier haben viele Tiere ein Zuhause, die aus illegaler Haltung befreit wurden.

Hier habe ich die Mailaienbären auf Borneo gesehen:

Malaienbären suchen in den hohlen Ästen nach Insekten
Die lange Zunge ist eines der Markenzeichen der Bären

Nashornvogel – Hornbill

Hornbills, auch Nashornvögel genannt, tragen ihren Namen wegen ihrem dominanten Rüssel oberhalb ihres Schnabels. Die Vögel bilden immer ein Paar, das für das Leben zusammenbleibt. Sie nisten in großen Höhlen in großen Baumstämmen, dabei ist das Weibchen zum Schutz vor Raubtieren im Nest versiegelt.

Insgesamt kann man auf Borneo 10 verschiedene Arten von Nashornvögeln finden. Die Tiere sind sehr flink und mit dem bloßen Auge aus der Ferne kaum zu erkennen. Meist sitzen sie in Felsspalten und warten auf Beute. In Städten findet man die Vögel selten, ihre Heimat ist der dichte Dschungel.

Hier habe ich den Hornbill auf Borneo gesehen:

Ein seltener Anblick- der Hornbill
Hornbill bei einer Fütterung im Proboscis Monkey Conservatory
Einmal gefunden, bleiben die Hornbills ihr Leben lang ein Paar

Makaken

Makaken sind frech, immer auf der Suche nach Futter und furchtlos. Die Makaken sind oft da wo Menschen sind. Denn bei denen gibt, es die meisten Dinge, die man abstauben kann. Wasserflaschen, leere Tüten oder auch eben der kleine Snack zwischendurch sind immer im Visier der Affen.

Die Angst vor den Makaken ist bei vielen groß, dabei gibt es nur 2 grundlegende Regeln zu beachten:

1. Nie essbares oder Plastikflaschen in der Hand halten.

2. Niemals Zähne zeigen oder Lachen. Das ist für die Affen ein Zeichen von Bedrohung.

Mit diesen beiden einfachen Tipps, wird die Makaken Beobachtung auch ganz entspannt.

Hier habe ich Makaken gesehen:

  • Makaken werden dir auf Borneo außerhalb der Städte überall begegnen.
Kleiner Makake bei den ersten Schritten ohne die Mutter
Makaken sind da wo auch Menschen sind
Makaken findest du oft an Tempelanlagen
Auch am Strand fühlen sich die Affen wohl

Bartschweine

Bartschweine sind auf Borneo heimisch, die Tiere leben im Dschungel. Man könnte meinen, die Schweine haben ein unbekümmertes Leben, da sie von der muslimischen Bevölkerung nicht gejagt werden. Tatsächlich sind Bartschweine aber bei den Dschungelbewohnern und den Indigenen eine Delikatesse. Denn diese sind meist missioniert worden und gehören dem christlichen Glauben an.

Die Schweine sind ganz gemütlich und lassen sich kaum beim ausgiebigen suhlen in ihren Erdlöchern stören. Meist Leben sie in Gruppen und suchen den ganzen langen Tag mit ihren Schnauzen nach Käfern im Boden.

Hier habe ich die Barschweine auf Borneo gesehen:

Einen Artikel über den Bako Nationalpark findest du hier: Ein Dschungelabenteuer im Bako Nationalpark

Bartschweine suhlen sich am liebsten im Dreck

Auf Borneo siehst du außerdem

  • Irrawaddy-Delfine
  • Krokodile
  • Zwergelefanten
  • Nebelparder
  • Fledermäuse

Krokodile haben wir sehr viele bei der Kuching Weltlands Tour, in Sarawak, gesehen. Die Krokodile leben in den Flussarmen die ins Meer münden und können bis zu 7 Meter lang werden. Dort leben auch die seltenen und vom aussterben bedrohten Irrawaddy-Delfine.

Zwergelefanten leben in Sabah am Kinabatangan Fluss und in Danum Valley. Sie sind ebenfalls sehr stark vom aussterben bedroht, da der Regenwald auch in Borneo immer weiter abgeholzt wird und die Tiere ihren Lebensraum verlieren.

Fledermäuse lieben Höhlen und ganz Borneo ist voll davon. Im Mulu Nationalpark gibt es das größte zusammenhängende Höhlensystem auf der ganzen Welt. Generell finden sich in Sabah und Sarawak hunderte von Höhlen, die auch für Besucher zugänglich sind.

Der Nebelparder ist das größte Raubtier Borneos, dessen Eckzähne in Relation zu seinem Körper die größten einer Katzenart überhaupt sind. Zu Gesicht bekommen wirst du den Nebelparder wahrscheinlich nicht, denn auch er ist, vor dem aussterben bedroht.

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Dieser Artikel ist Teil eine Reihe zu Borneo. Hier findest du weitere Artikel:

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Jessica

Jessica

Hi, schön, dass du hier bist! Ich bin Jessica und habe mein Herz an fremde Kulturen verloren. Mit der Kamera in der Hand erkunde ich die Welt. Ich bin kunstinteressiert, immer unterwegs, süchtig nach Erdnussbutter, guten Burgern, Streetart und Disney-Filmen. Mein Herz habe ich schon lange an meine Heimat - den Ruhrpott, verloren. Begleite mich auf meiner Reise!

18 Kommentare

  • Hallo Jessica,
    diese Vielfalt an Tieren, die man sonst nie oder selten zu sehen bekommt, ist echt faszinierend! Besonders lustig finde ich ja die langen Nasen der Nasenaffen, die sehen echt lustig aus.
    Danke für die großartigen Fotos, dafür brauchte es sicher einiges an Geduld, bis die Fotomodelle so saßen oder sich bewegten, dass Du sie gut fotografieren konntest.
    Liebe Grüße
    Barbara

  • Liebe Jessica,
    Borneo muss wirklich traumhaft sein! Ich hätte vermutlich Speicherkarte um Speicherkarte vollgeknipst… Vor allem der Mailaienbär sieht wirklich putzig aus 🙂 Wie ist es denn um den Tier- und Naturschutz auf Borneo bestellt – gibt es hier viele Projekte?
    LG
    Katharina

    • Es gibt super viele Projekte. Meist sind es NGO´s die sich um der Erhalt und um Pflege kümmern. Daher lohnt es sich den Eintritt zu zahlen und somit zu unterstützen.

  • Liebe Jessica,
    wirklich ein toller Bericht. Ich stehe total auf Affen jeder Art und wäre bei dem Besuch der Parks bestimmt nicht weg gekommen. Zu schade, dass es zu viele Menschen gibt, die die Natur heute nicht mehr schätzen.
    Lieben Gruß Susanne

  • Moin Jessica, richtig tolle Fotos… und dazu auch noch von Tieren, die ich noch nicht kannte, Malaienbären oder Bartschweine… nehme an, Du hast letztere nicht probiert, also frage ich gar nicht erst 😉 LG, Eddy

  • Wow, sehr interessanter Bericht. Ich liebe ja Tiere. Vor allem die Nasenaffen find ich süß. Von Hornbill und Malaienbären habe ich das erste Mal gehört – danke für die tollen Einblicke!

  • Liebe Jessica,
    deine Fotos sind der absolute Wahnsinn! Borneo muss einfach nur wunderschön sein und eine Vielfalt an Tieren zu bieten haben.
    Allerdings finde ich es total schlimm, dass die kleinen Mailaienbären als Haustiere gehalten werden! Wie grausam der Mensch immer wieder sein kann. Hier in Südamerika werden Affenbabies gehalten. Dafür muss jedes Mal die Mutter getötet werden, weil sie ihr Kind beschützen will… 🙁
    Viele Grüße,
    Kuno

    • Vielen lieben Dank Kuno! Ich habe es auch nie verstanden warum Wildtiere Haustier sein müssen, da gebe ich Dur recht, das ist nicht nur auf Borneo der Fall.

  • Liebe Jessica,

    wow, das ist ja ein richtiges Wildlife-Paradies in Borneo und es gab bestimmt eine Menge zu entdecken.
    Deine Bilder sind übrigens der Hammer! Mein Favorit ist der Mailaienbär. 🙂

    Viele liebe Grüße
    Kathi

  • Liebe Jessica ,
    deine Bilder sind ein Traum und machen Lust auf mehr. Ausserdem wecken sie das Reisefieber. Ich freue mich schon auf deinen Blog und auf deinen nächsten Artikel. Bussi Inge

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