Russland – Reiseland Expertin Christina

Russland – das größte Land unserer Erde. Moskau – die Stadt mit den meisten Einwohnern in ganz Europa. Unzählige Völker auf über 17 Millionen Quadratkilometern. Mehr als 140 Millionen Menschen. Verteilt auf zwei Kontinente. Gebirge, das Meer, Seen.

Die längste Eisenbahnstrecke der Welt. Russland ist so einzigartig wie auch vielfältig. Was kann bei so einem großen Land dann eigentlich typisch sein, wo es sich doch gerade auch durch seine unglaubliche Vielfalt auszeichnet? Oder ist es genau diese Vielfalt, die Russland ausmacht?

Russland als unterschätztes Reiseziel

Eines ist jedoch sicher: Russland wird als Reiseland unterschätzt! Sowohl bei meiner Reise nach Tatarstan als auch während des Aufenthalts in Sochi und Umgebung kam es so gut wie gar nicht vor, dass ich auf andere deutsche oder überhaupt ausländische Touristen getroffen bin.

Der internationale Tourismus ist hier noch nicht so richtig angekommen, wie man es aus anderen Ländern kennt. Wirkt teilweise sogar fast ein bisschen isoliert. Obwohl die Bemühungen da sind, insbesondere auch deutsche Touristen anzulocken, waren es zu einem großen Teil russische Staatsbürger, die ich während meiner Reisen in den Urlaubsregionen vorfand. Sehr schade, denn Russland hat so viele tolle Seiten zu bieten.

Link: Tatarstan – Kultur, Vielfalt und Harmonie im Herzen Russlands

Mag sein, dass das in den bekannten Destinationen wie Moskau oder auch St. Petersburg anders ist. Am Flughafen der russischen Hauptstadt konnte ich die unterschiedlichsten Nationalitäten erkennen. Doch in Städten wie Kasan hingegen oder dem Winterkurort Rosa Khutor, der eigens für die Olympischen Winterspiele 2014 innerhalb kürzester Zeit erbaut wurde, traf ich fast ausschließlich auf russische Reisende.

Immer schneller, höher, weiter

Und da bin ich auch schon beim nächsten Punkt, den ich für typisch russisch halte. Das Geld. Wobei ich fairerweise sagen muss, dass natürlich auch andere Nationen nicht gerade sparsam damit umgehen.

Während ich sowohl in den Randgebieten von Kasan als auch in der Umgebung von Sochi ziemlich heruntergekommene Gebiete und die entsprechenden Unterkünfte gesehen habe, in denen die ärmeren Russen zu Hause sind, wird auf der anderen Seite das Geld zum Teil nur so zum Fenster hinausgeschmissen.

Es ist der Wahnsinn, wie viel Kohle in diesem Land für die Unterhaltung der Wohlhabenden in die Hand genommen wird, während die Schere zwischen Arm und Reich immer größer zu werden scheint. Ein Land der Superlative und des Prunks. Nichts ist unmöglich.

Wo andere Nationen mit einer Seilbahn auskommen, bauen die Russen gefühlt deren fünf, um mal ein Beispiel zu nennen. Das sorgt für Begeisterung bei denen, die sich den Luxus leisten können. Wer einmal über die längste und höchste Fußgängerhängebrücke der Welt spazieren möchte, der ist natürlich in Russland am richtigen Ort.

Wenn die Russen etwas haben möchten, dann bekommen sie es auch. Und Russland hat schon unglaublich viel. Riesige Seen, weitläufige Gebirge, das Schwarze Meer samt subtropischem Klima. Schon alleine die Natur bietet unendliche Möglichkeiten für Reisende und dennoch wird immer wieder etwas draufgesetzt. Manchmal leider auch ohne Rücksicht auf Verluste (für diese wunderschöne Natur).

Sprachbarrieren in Russland

Dass sich die Russen in Orten wie Kasan oder Rosa Khutor nicht allzu oft mit ausländischen Gästen auseinandersetzen müssen, habe ich vor allem auch an den Sprachkenntnissen der Einheimischen bemerkt. Nicht wirklich viele sprechen Englisch und so kann es in der Kommunikation schon mal schwierig werden. Manchmal ist das aber auch ganz lustig (außer in Notfällen natürlich), wenn man sich dann mit Händen und Füßen verständigt und beide am Ende nur noch lachen müssen.

Besonders in Souvenirshops, an denen ich in der Regel nicht einfach so vorbeilaufen kann, hat sich schon die ein oder andere witzige Situation ergeben. Und wo ich schon bei Souvenirs bin. Ich war erstaunt, wie viele Mitbringsel mit Wladimir Putin verziert sind. Das Gesicht des russischen Staatspräsidenten sieht man dort fast genauso oft wie den guten alten Lada, das Auto, das gefühlt jeder zweite Russe fährt.

Während die fehlenden Sprachkenntnisse auf beiden Seiten in manchen Situationen ganz amüsant sein können, fand ich es am Flughafen in Moskau dann aber eher erschreckend, dass es bei international fliegenden Airlines tatsächlich auch Mitarbeiter gibt, die wirklich nur der russischen Sprache mächtig sind. Englisch? Fehlanzeige. Da fühlt man sich dann doch etwas verloren.

Visumpflicht für deutsche Touristen

Mit einem deutschen Reisepass genießt man ziemliche Freiheit was die Einreise in andere Länder betrifft. Russland zählt allerdings zu den Ausnahmen. Ohne Visum kommt man nicht rein. So, wie der Russe ein Visum für Deutschland benötigt, brauchen Deutsche eben auch eines für Russland.

Der Antrag ist letztendlich nicht so kompliziert, wie es am Anfang vielleicht aussieht, dennoch muss man sich rechtzeitig darum kümmern, alle erforderlichen Dokumente zu beschaffen. Dazu zählt beispielsweise auch eine Einladung eines russischen Reiseveranstalters. Womöglich liegt auch darin einer der Gründe, warum es die Deutschen (noch?) nicht in Scharen nach Russland zieht. Ein Visum ist nämlich nicht gerade günstig und zudem mit zusätzlichem Aufwand verbunden.

Am Flughafen in Russland ist mir ehrlich gesagt dann trotz gültigem Visums immer ein bisschen mulmig. Während ich in den Städten mit den Einheimischen schon herzhaft gelacht habe, weht am Airport ein anderer Wind. Hier ist man eher weniger zu Scherzen aufgelegt.

Bei meiner ersten Einreise wurde ich bei der Kontrolle gefragt, was ich denn überhaupt in Russland möchte. Trotz Visum. Gepaart mit einem strengen Blick des zuständigen Mitarbeiters ist man da ganz schnell auch mal dezent nervös. Und das dauert eine gefühlte Ewigkeit bis man da durch ist, so dass man sich am Ende wirklich fast einbildet, irgendwas angestellt zu haben.

Link: Visum für Russland: So klappt’s mit der Einreise in das größte Land der Welt

Überwachung und Sicherheit

Die strenge Überwachung und Einhaltung der Sicherheitsvorkehrungen in Russland hört dann am Flughafen auch nicht auf. Ich persönlich habe noch nie so viele Überwachungskameras, Security-Männer und sonstige Sicherheitstechnik gesehen.

Nahezu in jedem Hotel, jedem Restaurant und sogar am Eingang zur Seilbahn wird man elektronischen Kontrollen unterzogen. Teilweise schon ein bisschen nervig, aber irgendwann fällt es fast gar nicht mehr auf. Und wenn es zur Sicherheit beiträgt, ist das ja keine schlechte Sache in der heutigen Zeit.

Die russische Küche

Bei so einem großen Land mit so vielen unterschiedlichen Völkern ist es natürlich nicht leicht, die russische Küche zu definieren, denn da ist die Vielfalt einfach zu groß. Ein paar typische Dinge habe ich allerdings immer wieder auf meinem Teller bzw. in meinem Glas gefunden. Besonders eingeprägt hat sich mir der Dill in den Gerichten. Meine Hände haben teilweise Stunden später noch nach den frischen Kräutern geduftet.

Generell ist die russische Küche sehr deftig. Kartoffeln und viel Fleisch sind besonders beliebt. Die „Salate“ sind ebenfalls sehr mächtig. Ohne Mayo oder dergleichen geht da kaum etwas. Auch Suppen und Eintöpfe kommen oft auf den Tisch. Meine Liebe galt zumindest beim ersten Mal der Borschtsch, einer Suppe, die aus Roter Bete hergestellt wird. Allerdings gibt es da auch verschiedene Zubereitungsarten, so dass es immer wieder eine Überraschung ist, wie sie letztendlich schmeckt.

Ein typisches Getränk ist das Kwas, dem ich persönlich nicht allzu viel abgewinnen kann. Kwas wird auch Brotgetränk genannt, da es durch Gärung aus Brot hergestellt wird. Meiner Meinung nach etwas eigenwillig im Geschmack, aber sicherlich nicht umsonst so beliebt und weit verbreitet.

Über Christina

Mein Name ist Christina und auf meinem Reiseblog TRIP TO THE PLANET schreibe ich über Kurztrips, Städtereisen, Tagesausflüge, Wanderungen und Roadtrips für die kleine Auszeit zwischendurch. Der Blog steht für die „Step-by-Step-Weltreise“, richtet sich also in erster Linie an alle, die aus den verschiedensten Gründen die legendäre Weltreise (noch) nicht wagen und in vielen kleinen Schritten die Welt erkunden möchten.

Meine erste Reise nach Russland ging nach Tatarstan, eine Autonome Republik im Herzen des Landes voller Harmonie und Vielfalt. Traumhaftes Sommerwetter trug seinen Teil dazu bei, dass ich mich in die Hauptstadt Kasan und die wunderschöne Umgebung sofort verliebt habe.

Ich besuchte die beiden UNESCO-Weltkulturerben der Region, den Kreml von Kasan sowie Weliki Bolgar, verbrachte einen Tag auf der Insel Sviyazhsk und erkundete die Sehenswürdigkeiten von Kasan.

Mein zweiter Trip führte nach Sochi und Umgebung. Genauer gesagt ins alpine Skiresort von Rosa Khutor. Ich besuchte zudem den Olympiapark am Schwarzen Meer und lief über die größte Fußgängerhängebrücke der Welt. Auf dem Heimweg kam noch ein ungeplanter Aufenthalt von mehreren Stunden am Flughafen von Moskau hinzu.

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Jessica

Jessica

Hi, schön, dass du hier bist! Ich bin Jessica und habe mein Herz an fremde Kulturen verloren. Mit der Kamera in der Hand erkunde ich die Welt. Ich bin kunstinteressiert, immer unterwegs, süchtig nach Erdnussbutter, guten Burgern, Streetart und Disney-Filmen. Mein Herz habe ich schon lange an meine Heimat - den Ruhrpott, verloren. Begleite mich auf meiner Reise!

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