5 Indien Reisetipps: Lerne zu leben!

5 Indien Reisetipps, für eine unvergessene Reise: Indien zu bereisen ist allein schon ein Erlebnis: Farbenfrohe Feste, wuselige Märkte, uralte Tempel, unzählige Religionen, köstliche Gerichte, hohe Berge, wilde Tiere, Palmen, Strand, Wüste, Meer und, und, und…

Ja, eine Reise nach Indien wird mit Sicherheit unvergesslich werden. Wenn man jedoch zusätzlich auch noch meine folgenden 5 Indien Reisetipps in das Reiseprogramm integriert, dann wird die Reise nicht nur unvergesslich, sondern man wird auch einen Teil von sich selbst in Indien lassen und ganz viel von Indien mit zurücknehmen, sodass man für immer mit diesem Land verbunden ist!

Das Geheimnis Indiens sind die Menschen. Sie machen Indien, zudem was es ist: Herzlich, Bunt, Energetisch und voller Liebe.Wenn man in Indien keine Freundschaften geschlossen hat, dann war man nicht in Indien. Im folgenden gebe ich fünf Reisetipps, bei denen es sich eigentlich nur um die Inder dreht.

Indien Reisetipps:  #1  Yoga im Ashram

Indien Reisetipps: Lerne zu leben!
Der Blick auf ein Ashram.

Ashram bedeutet eigentlich nichts anders als „ Gemeinschaft“. Menschen leben, arbeiten, essen und schlafen zusammen und manchmal ist die Gemeinschaft etwas spiritueller und es wird auch zusammen Yoga gemacht und gebetet.

Eines der schönsten Ashrams, dass ich in Indien kenne, ist das kleine Shri Jasnath Ashram im Wüstenstadt Rajasthan.  Der schöne Ashramkomplex ist in an einem kleinen Dorf gelegen  und besteht aus den wohl ausgeglichensten Menschen überhaupt. Vielleicht liegt das daran, das in dem Ashram Karma und Bhakti Yoga praktiziert wird. Also das Yoga der Arbeit und der Liebe. Mit Hingabe und Gleichmut verrichten die Menschen hier ihre Arbeit und kommen nach Sonnenuntergang zusammen um gemeinsam im Tempel zu singen und zu chanten.

Als Gast wird man sofort in die Ashramfamilie integriert. Hier findet man zu mehr Ruhe, kann Yoga üben, isst das beste indische  Essen überhaupt und lernt zudem das ganz normale rajasthanische Dorfleben kennen! Die Kinder nehmen einen nur zu gerne mit zu sich nachhause, stellen ihre Familien vor, zeigen ihre Kühe und lassen einen am liebsten gar nicht mehr gehen.

Indien Reisetipps:  #2 Trekking im indischen Himalaya

Warum ich in Indien geblieben bin? Der Trekkingtouren im Himalaya wegen! Wirklich! Als ich meinen ersten fünftägigen Trek von Daramshala über den 4200 Meter hohen Indrahar Pass in das Chamba Tal gemacht habe, war ich wie verzaubert! Ich habe es geliebt- diese Kombination aus Bewegung, Natur und Gemeinschaft und liebe es auch heute (nach bestimmt mehr als 100 Treks) noch genauso.

Trekking bedeutet nicht nur von morgens bis spät abends Berge hinauf und herunter zulaufen. Nein! Trekking ist soviel mehr. Wenn man tagelang zusammen mit seinen Mitrekkern, Guide, Koch und Trekkingteam unterwegs ist, zusammen kocht, schläft und wandert, dann entsteht eine ganz besondere Atmosphäre! Zudem kommt man den einheimischen Trekkingteam unglaublich nahe und schließt Freundschaften fürs Leben.

Wenn man dann zusätzlich auch noch im Himalaya unterwegs ist, die höchsten Pässe erklimmt, entlegene Dörfer besucht, kristall blaue Bergseen erreicht, über uraltes Gletschereis läuft und auf Nomaden mit ihren Ziegen und Yaks trifft, toppt das einfach alles! Der indische Himalaya ist  so unvergleichlich schön. Tagelang kann man unterwegs sein, ohne auf jegliche Form von Zivilisation zu stoßen und  dabei ändert sich die Landschaft ständig. Von tiefen Wäldern, zu hohen Bergwüsten, grünen Steppen, über schneebedeckte Gipfel und reißende Flüsse ist einfach alles dabei!

Indien Reisetipps:  #3 Homestays

Ich habe ja schon angedeutet, das Indien nichts ohne seine Bewohner ist. Damit meine ich nicht unbedingt, den Reiseagent aus Delhi, der einem ein überhöhtes Reiseangebot macht, auch nicht den Schmuckverkäufer aus Jaipur, der falsches Silber verkauft und ebenso wenig den falschen „Sadhu“ (Heiliger Mann), der in seinem orangem Gewand um Almosen bittet. Nein, ich meine die „richtigen Inder“. Und wo findet man sie? Natürlich in ihrem zuhause.

Um die ländliche Bevölkerung  zu unterstützen, hat die indische Regierung begonnen, sogenannte „Homestays“, also Pensionen, zu unterstützen. In den Homestays hat man ein Zimmer bei einer indischen Familie und wird von dieser meistens nicht nur bekocht, sondern auch gleich als Familienmitglied aufgenommen! Wohnt man in einem Homestay, tut man nicht nur direkt etwas Gutes für die Familien auf dem Land, sondern hat ein großartiges „Indien-Erlebnis“. Ich selbst bevorzuge Homestays und empfehle auch meinen Gästen in diesen kleinen Pensionen zu wohnen. Besonders verbreitet ist das Homestay System in Kerala. Hier findet man eigentlich in jedem Ort welche. Zu meinen Favoriten gehört das  Jungle Bird Homestay in Thattekad.

Hier wird man von einer Großfamilie mit besten indische Gerichten bekocht und Sudha, die Großmutter, führt einem am Abend und morgen durch das Vogelreservat und zeigt einem kundig die seltensten Vögel. Der Bonus- man wohnt mitten im Vogelreservat!! Ein weiteres tolles Zuhause ist das Marari Leena Homestay von Robin und Jansy direkt am schönen Marari Strand.

Die beiden sind die besten Gastgeber überhaupt! Während man mit Jansy gemeinsam die Mahlzeiten in der Küche zubereiten kann, organisiert Robin einmalige Ausflüge und fährt einem mit seinem kleinen Tuk-Tuk Taxi überall hin! Mein Highlight: Ein Ausflug mit den Fischern aus dem Dorf hinaus aufs Meer!

Aber auch in anderen Teilen Indiens, außerhalb Keralas, kann man in einem Homestay wohnen. Wunderbar ist es zum Beispiel im Spiti Tal oder Ladakh (Himalaya Regionen), hier kann man in Form eines Treks von Dorf zu Dorf wandern und immer in Homestays wohnen. Während es in Ladakh schon ziemlich kommerziell geworden ist, hat man in Spiti die Möglichkeit, noch wirklich mit den buddhistischen Menschen zusammen zu leben.

Die Behausungen sind sehr einfach mit Plumpsklo, Eimer-Dusche und einfacher Kost (eben das,  was das raue Bergklima hergibt), aber das Erlebnis ist umso intensiver! Dennoch muss man aufpassen, wo man in Indien einen „Homestay“ bucht. Viele Homestays gleichen mittlerweile eher Hotels mit recht anonymen Service.

Indien Reisetipps:  #4 Indische Feiertage und Hochzeiten

Indien Reisetipps: Lerne zu leben!
Holi im Ashram, farbenfroh und gut gelaunt.

Oh ja. Die Inder sind so gut im Feiern und zum Glück haben sie dazu auch reichlich Anlass. Fast täglich gibt es einen regionalen Feiertag, es wird geheiratet, ein Kind ist geboren worden oder man lädt Gott zu sich nach Hause ein (Ja, richtig gelesen, das wird hier gemacht, und mit Gott kommen meistens noch 3000 andere Gäste). Wenn Inder feiern, tun sie es nicht allein, sondern finden sich zu Tausenden zusammen, spielen traditionelle Musik, singen, tanzen und essen sehr gut. Natürlich sind die Feste und Feierlichkeiten von Region zu Region sehr unterschiedlich und so sollte man versuchen, auf möglichst vielen „ Events“ mit dabei zu sein.

Eine indische Hochzeit ist schon irgendwie ein „Muss“. Manche reisen ja nur wegen einer indischen Hochzeit überhaupt nach Indien. Allerdings muss man zu einer Hochzeit , anders als bei normalen Volksfesten, schon eingeladen sein. Das ist jedoch gar nicht so schwer. Inder finden uns „Westler“ immer noch sehr interessant und nehmen einen schnell man mit zur Hochzeit des Cousins. Wenn man unbedingt eine Hochzeit erleben möchte, sollte man entweder im Herbst oder späten Frühling nach Indien reisen. Dann ist Hochzeits-Hochsaison und man wird einer Hochzeit wohl kaum entgehen können.

Holi, das Farbenfest (Im März) und Diwali, das Lichterfest (im Oktober-November), sind die wichtigsten Feiertage in Indien. Während Diwali unserem Weihnachten gleicht und es eher in den Familien zelebriert wird, feiert man Holi mit Farben auf der Straße und jeder ist dazu aufgefordert mit zu feiern.

Am meisten macht Holi Spaß, wenn man es mit Freunden und Bekannten verbringt und gar nicht so sehr mit Fremden (wer bekommt schon gerne unbekannte Hände ins Gesicht?). Also am besten die Reiseroute so legen, dass man zu diesen Feiertagen mit indischen Familien oder Freunden in kleineren Städten oder Dörfern ist. Ich hatte mein schönstes Holi übrigens im Shri Jasnath Ashram! Größere Volksfeste, wie die Kumbh Mela, würde ich eher vermeiden. Wenn in Indien so viele Menschen zusammen kommen, kann es oft auch mal in Stress oder gar Panik ausarten und  das ist dann kein Spaß mehr.

Indien Reisetipps:  #5 Kochen

Indien Reisetipps: Lerne zu leben!
Auch wenn es beim Kochkurs heiß hergeht, es ist amüsant.

Mein letzter „Geheim-Tipp“: Iss nicht nur in Indien, sondern koche auch!! Inder verstehen es zu kochen. Anders als wir benutzen sie dafür keine Messbecher und Rührutensilien, sondern benutzen vielmehr ihre Sinne und Hände! Kochen in Indien ist Leidenschaft und wer hier die verschiedenen Gewürze ohne Gefühl benutzt, der kommt nicht weit mit seinem Curry!

Möglichkeiten zum Kochen findet man viele. Kochkurse sind immer ein guter Anfang. Am besten mehrere in verschiedenen Regionen mitmachen, denn in Indien wird überall anders gekocht und mit unterschiedlichen Zutaten. Besonders schön ist es natürlich während eines Treks gemeinsam zu kochen oder mit der Familie in einem Homestay.

Während des Kochens lernt man neben der Rezeptur noch soviel mehr! Als ich mit meiner Schwester einen Momokochkurs  (tibetische gedämpfte Teigtaschen) besuchte, wurden wir in Mcleod Ganj von einem tibetischen Flüchtling unterrichtet, der uns alle unsere Fragen zu seiner Flucht und seinem jetzigen Leben nur zu gern beantwortete. Es war sehr emotional und wir waren dankbar für seine intimen Einblicke.

Auch die Kochstunde mit Narvada im Bergdorf Manali war wunderschön. Sie leitet ein kleines Waisenhaus und kocht normalerweise für die Kinder. Mit dem Koch Unterricht verdient sie zusätzlich etwas Geld um ihre Mädchen bei ihrer Ausbildung zu unterstützen. Sie kocht unglaublich gut und ist ein so lieber Mensch.

Sarah Appelt lebt seit 6 Jahren in Indien. Anfänglich hat sie als Freiwillige in Delhi für ein Jahr für eine NGO gearbeitet und in einem Elendsviertel Kinder unterrichtet. Mittlerweile nennt ist der kleine Bergort Manali ihr zuhause. Vorort organisiert sie Reisen durch Indien, die sie auch selbst begleitet. Spezialisiert ist sie auf Trekking-,  Fahrrad-, sowie Kultur- und Yogareisen. www.chalo-reisen.de.

Mehr Indien Reisetipps und Hinweise zum Reiseland findet ihr auf ihrem Blog www.chalo-reisen.de

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Jessica

Jessica

Hi, schön, dass du hier bist! Ich bin Jessica und habe mein Herz an fremde Kulturen verloren. Mit der Kamera in der Hand erkunde ich die Welt. Ich bin kunstinteressiert, immer unterwegs, süchtig nach Erdnussbutter, guten Burgern, Streetart und Disney-Filmen. Mein Herz habe ich schon lange an meine Heimat - den Ruhrpott, verloren. Begleite mich auf meiner Reise!

2 Kommentare

  • Das sind tolle Tipps! Vielen Dank dafür. Besonders der zu den Homestays, habe ich vorher noch nie drüber nachgedacht! Bei der nächsten Indien Reise werde ich mich da auch mal mit auseinander setzen. Ich bin auch immer ein Fan davon, authentische Eindrücke von den Menschen und ihrem Leben im jeweiligen Land zu bekommen! LG Laura

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