Esskultur in Italien – Tipps für ein gelungenes Genusserlebnis 

Ein Gastbeitrag von DessertCultures
Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag von DessertCultures. Ein Blog für jeden der Süßspeisen liebt und dabei gerne einen Blick auf andere Länder wirft.

Sonne pur, kilometerlange Strände, malerische Landschaften, kulturelle Highlights und fantastisches Essen – „Bella Italia“, das schöne Italien, hat eine ganze Menge zu bieten. 

Die Lebensart in Italien kann am besten mit „Dolce Vita“, das süße Leben, beschrieben werden. Die Italiener sind lebendig, temperamentvoll, offenherzig und gesellig. Sie reden laut und gestikulieren dabei gerne mit ihren Händen. Sie machen alles mit viel Liebe und Leidenschaft. Das spiegelt sich auch in ihrer Esskultur wieder. Italiener sind stolz auf ihre nationalen Gerichte und ihre über Traditionen hinweg weitergegebenen Kochkünste.

Das musst du beim Essen in Italien beachten

Zu einer gelungenen Italienreise gehört es unbedingt, genau diese Kochkünste zu probieren und landestypische Speisen zu genießen. Das geht am besten in den von Touristen weniger überlaufenen Restaurants. Dort, wo die Einheimischen zum Essen hingehen, findet man oft frisches, leckeres und vor allem traditionelles und hausgemachtes italienisches Essen.

Aber aufgepasst: Wer sich in Italien in ein Restaurant begibt, sollte nicht nur Pasta, Pizza und Tiramisu kennen, sondern auch über die landestypischen Essgewohnheiten Bescheid wissen. 

Während das Frühstück (colazione) in Italien eher klein ausfällt und meist nur aus einer Tasse Kaffe und einem süßen Gebäck oder Sandwich besteht, bekommen das Mittag- und Abendessen umso mehr Gewicht.

Die italienische Esskultur ist auf Geselligkeit im Kreise der Familie und Freunden sowie auf Genuss ausgelegt, weshalb gerade das Abendessen (cena) ausführlich zubereitet und im großen Kreise zelebriert wird. Oft genießen die Italiener das Beisammensein bis in den späten Abend hinein.  

Esskultur in Italien: Abendessen und Mittagessen

Die Bescheidenheit beim Frühstück ist beim Mittag- oder Abendessen verflogen, denn das besteht meist aus mehreren Gängen. In Deutschland ist der Teller Spaghetti oft die Hauptspeise.

Nicht so in Italien: Hier bildet die Pasta nur den ersten Gang (primo) – nach den Antipasti (mehrere kleine Vorspeisen). Darauf folgt erst die Hauptspeise (segundo) mit Fleisch, Fisch oder frischen Meeresfrüchten und Beilagen wie Gemüse, Nudeln oder Reis. Natürlich sind auch die Italiener einem leckeren Dessert (dolce) nicht abgeneigt.

Die bekanntesten italienischen Desserts sind sicherlich Tiramisu, Panna Cotta oder Zabaione. Etwas weniger bekannt, aber auch sehr lecker sind Zuppa Inglese, Semifreddo oder Cannoli. Dazu darf natürlich auch der Kaffee (caffè) oder Espresso nicht fehlen. Der in Deutschland so bekannte und beliebte Cappuccino wird von den Italienern übrigens nur morgens zum Frühstück getrunken – jeder, der ihn zu späterer Stunde bestellt, wird schief angesehen.

Für den Besuch in einem der zahlreichen schnuckeligen Restaurants sollte man also genügend Appetit, Zeit und Muße mitbringen, um die italienischen Köstlichkeiten gebührend genießen zu können. Lange fällt in Italien meist auch die Mittagspause aus. Allein schon wegen der sommerlichen Hitze lassen sich die Menschen mittags Zeit für ein ausgiebiges Mittagessen (pranzo).

Entsprechend spät wird das Abendessen eingenommen, oftmals füllen sich die Restaurants erst wieder gegen 21:00 Uhr. Wer in das quirlige italienische Nachtleben eintauchen möchte, sollte sich also auch bei den Uhrzeiten anpassen. 

Aperitivo-Kultur in Italien

Tipp: Gerne wird vor dem Abendessen in der Bar noch ein Aperitivo eingenommen. Aber Vorsicht, man sollte hier nicht schon zu tief ins Glas gucken. Schließlich soll das anschließende Abendessen noch schmecken. Außerdem trinken Italiener auch gerne viel Wein zu ihrem Essen, dafür muss man schließlich noch etwas Platz lassen. Allerdings ist Trunkenheit in Italien ein „No-Go“ und wird nicht gern gesehen. 

Wer im Restaurant nicht unangenehm auffallen möchte, sollte unbedingt darauf achten, sich erst zu setzen, wenn einem das Personal einen Platz zugewiesen hat. Es ist auch eher unüblich, jedes Essen einzeln zu bezahlen. In einer größeren Gruppe sollte man sich also vorab darauf einigen, wer die Rechnung übernimmt.

Coperto – was ist das?

Mit dem auf der Rechnung enthaltenen Betrag für coperto (deutsch „Gedeck“) ist übrigens nicht das in Deutschland üblich Trinkgeld gemeint, sondern es handelt sich um einen Betrag, der für Besteck, Geschirr und Gläser fällig wird. Also eine Servicepauschale, die immer fällig wird, sobald man sich an einen Tisch setzt.

Nach dem Essen werden lobende Worte gerne gehört. Wenn nicht, gilt das schon fast als Beleidigung. Immerhin sind Italiener äußerst stolz auf ihre traditionelle und schmackhafte italienische Küche.

Und unserer Meinung nach können sie das auch sein! In diesem Sinne: „Molto bene, Italia!“

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