Kuching Wetlands Nationalpark – Oder auch: Das Wohnzimmer der Krokodile

Leuchtende Augen blitzen mich an, noch ein paar und an der nächsten Ecke noch mehr. Wo ich bin? Im Kuching Wetlands Nationalpark, einem Areal südlich der Hauptstadt Sarawaks. Was ich da mache? Eine Tour mit dem Boot, kurz vor der Dämmerung. Denn das ich genau die richtige Zeit, um massenweise Tiere in ihrer natürlichen Umgebung zu sehen.

Der Kuching Wetlands Nationalpark auf einen Blick:

Die beste Zeit für den Kuching Wetlands Nationalpark

Die Tiere sind nicht blöd und scheuen, wie auch die Menschen, die direkte Hitze. Das heißt, tagsüber verziehen sie sich und abends kommen sie dann raus. Genau abgepasst bei einem lauen Lüftchen um nochmal einen Snack zu sich zu nehmen bevor die Sonne untergeht.

Ab 17:00 kommen die Tiere aus ihren Verstecken. Die Affen rufen und Krokodile schlängeln sich durch die kleineren Flussarme. Man kann ihre Abdrücke im Matsch der Mangroven sehen. Die Bäume erwachen zum Leben und die Tierwelt geht auf Nahrungssuche.

In der Mündung zum südchinesischen Meer tummeln sich oft Delfine und auch diese werden zur späten Zeit aktiv.

Geführte Tour oder alleine in den Kuching Wetlands Nationalpark?

Alleine kann man die Weltlands gar nicht besuchen. Ein Besuch auf dem Boot ist ein Muss. In Kuching gibt es viele Tourenanbieter, die die Wetlands Tour anbieten. Leider wird man dann oft auf riesige Boote gepfercht. Oft sind diese Boote sehr laut und das erschreckt nicht nur Menschen sondern auch die Tiere. Die Chance Tiere zu sehen ist sehr gering.

In den Hotels werden die Touren auch angeboten, meist etwas teurer aber in einem kleineren Rahmen. Hier lohnt es sich mal ein paar Ringgit mehr auszugeben. So war ich nur mit 4 anderen Leuten auf dem Boot und wir haben den Motor zwischendurch einfach mal ausgemacht.

Zudem können die großen Boote meist nicht in die sehr niedrigen Flussarme einfahren und begrenzen sich aus diesem Grund nur auf die breiteren und tieferen Stellen. Eine Schande, denn die Tiere finden sich meist an und in den seichteren Gewässern.

Das bekommst du im Kuching Wetlands Nationalpark zu sehen

Neben den beeindruckenden Mangrovenwälern und den fast schon romantischen Flusswindungen, gibt es natürlich allerhand Tiere zu sehen.

Auf Borneo lebt der sehr seltene und vor allem scheue Flussdelfin, der Irrawaddy Delfin. Die Gegend um Kuching ist das einzige Gebiet in dem man ihn findet. Es ist sehr wahrscheinlich das Delfine bei der Wetlands Tour auftauchen. So auch Nasenaffen, denn diese fressen sehr gerne die jungen Blätter der Bäume in den Mangroven. So gerne, dass die Wälder mittlerweile aufgeforstet werden um mehr Lebensraum für die Tiere zu schaffen.

Neben den Nasenaffen ist es auch sehr wahrscheinlich Makaken und Silver Leaf Monkeys zu sehen. Krokodile – oder auch massenweise Krokodile – sind immer präsent. Auch wenn die Tiere nicht offensichtlich zu sehen sind, lauern sie im seichten Wasser, im Schatten auf Beute. Geht die Hitze vorbei, und es ist nicht mehr so warm, rutschen die Giganten aus den Mangroven ins Wasser.

Wenn es dunkel wird, fangen die Mangroven an zu schimmern und zu blinken. Grund sind Millionen von Glühwürmchen die in den Gebüschen am Wasser sitzen. Bist du schon mal in einem Glühwürmchenbusch hineingefahren? Eines kann ich dir sagen, das macht unheimlich viel Spaß.

Der Bootsmann steuert aufs Ufer zu und berührt den Busch. Was dann passiert? Ein Surren und Blinken einer anderen Art. Habe ich vorher nur einige Glühwürmchen blinken gesehen, sind es nun tausende die wachgerüttelt werden. Diese fliegen munter durch das Boot (Achtung, Mund zu!) und verwandeln die Kulisse in ein romanisches Feuerwerk.

Der Sonnenuntergang im Kuching Wetlands Nationalpark

Zum Sonnenuntergang macht unser Boot halt vor einer kleinen Siedlung, mit einer handvoll Einwohnern, die am Fluss liegt. Ganz romantisch betet der Imam grade sein Abendgebet. Die perfekte Untermalung für den Ausflug in die Kuching Wetlands. Endlich zur Ruhe gekommen, gibt es nun einen kleinen Snack.

Banana Fritters, das sind frittierte Kochbananen mit Käse, Röstzwiebeln und Karamellsoße. Klingt komisch? Absolut. Ist aber sehr lecker und hat genau die richtige Balance zwischen süß und salzig. Was gibt es also schöneres als einen exotischen Ort mit einem exotischen Essen zu genießen?

Die Dunkelheit die einen erschaudern lässt

Die Dunkelheit nach dem Sonnenuntergang haucht den Kuching Weltlands ein ganz anderes neues Leben ein. Die Natur verstummt, bis auf die Zikaden. Diese sind immer präsent und die Hintergrundmusik der Natur. Mit einer Taschenlampe in der Hand suche ich nun das Wasser ab.

Wonach war mir erst gar nicht bewusst. Spätestens als ich die ersten paar leuchtender Augen sehe, weiß ich warum. Krokodile. Ich bin erschrocken. Obwohl ich wusste das viele Krokodile im Wasser sind, wird mir das Ausmaß jetzt erst bewusste.

Egal wohin ich leuchte, die reflektierenden Augen der Krokodile sind überall präsent. In diesem Moment noch an der einen Stelle, ist das Tier auf einmal meterweit entfernt. Das lässt mir einen Schauer über den Rücken laufen. Nebenbei erzählt der Guide Geschichten von 7 Meter langen Tieren die im Dorf gesichtet wurden. Okay, das ist zuviel für meine Nerven.

Rund um den Kuching Wetlands Nationalpark

Über den Weltlands thront er sagenumwobene Mount Santubong. Dieser ist 810 Meter hoch und in der näheren Umgebung die höchste Erhebung. Der Sage nach soll es sich bei dem Mount Santubong um die gleichnamige Prinzessin handeln. Auf dem Rücken liegend wurde diese von ihrer Schwester verletzt. Schuld war ein Streit der Schwestern um einem Mann.

Es gab Pläne von findigen Geschäftsmännern, den Berg in ein Naherholungsgebiet mit einer Seilbahn zu verwandeln. Die Bedingung der Regierung war es, dass keine Lebewesen beim Bau verletzt werden und keine Tiere auf dem Berg leben. So machten sich Ranger auf den Weg um den Berg zu erkunden und fanden Fußspuren, die sie nicht einordnen konnten.

Nach langer Forschung stellte sich heraus, dass es sich bei den Fußspuren um den seltenen Nebelparder handelt, der hier anscheinend sein Territorium hat. Das Projekt wurde abgebrochen und Mount Santubong glänzt mit seinem einsamen Dasein in den Wetlands.

Das solltest du mitbringen:

Da die Sonne um die Nachmittagszeit sehr tief steht, empfiehlt es sich eine Kopfbedeckung sowie eine Sonnenbrille mitzunehmen. Die Nachmittagssonne solltest du ebenfalls nicht unterschätzen, daher ist ein guter Sonnenschutz ein Muss. In der Dämmerung kommen natürlich die Mücken, daher empfiehlt es sich rechtzeitig Mückenschutz zu nutzen.

Kuching Wetlands Nationalpark: Lohnt es sich?

Die Kuching Wetlands Nationalpark Tour empfehle ich nur bedingt. Zwar bin ich einer wunderschönen Naturkulisse unterwegs, aber zum Glück nicht auf einem großen Touri-Dampfer. Die großen Boote erkunden die Gegend nur oberflächlich und nicht in den abgelegeneren Ecken. Eine malerische Sonnenuntergangs-Kulisse gibt es nicht, denn die Boote stehen dann auf dem offenen Meer. Es lohnt sich also zu vergleichen und sich Meinungen einzuholen.

Empfehlung: Ich habe die Tour mit Brandon einem Guide aus den Basaga Holiday Residences gemacht und kann ihn ausnahmslos empfehlen. Zusammen mit seiner Frau organisiert er seid über 10 Jahren Touren rund um Kuching. Er ist sehr begeistert für die Tierwelt und hat die besten Erklärungen parat. Die 4-stündige Tour mit maximal 6 Personen auf dem Boot kostet inklusive kleinem Snack und Getränken 140 Ringgit (30€) pro Person.

Hast du noch Fragen zum Kuching Wetlands Nationalpark?

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Dieser Artikel ist Teil eine Reihe zu Borneo. Hier findest du weitere Artikel:

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Jessica

Jessica

Hi, schön, dass du hier bist! Ich bin Jessica und habe mein Herz an fremde Kulturen verloren. Mit der Kamera in der Hand erkunde ich die Welt. Ich bin kunstinteressiert, immer unterwegs, süchtig nach Erdnussbutter, guten Burgern, Streetart und Disney-Filmen. Mein Herz habe ich schon lange an meine Heimat - den Ruhrpott, verloren. Begleite mich auf meiner Reise!

4 Kommentare

  • Hi! Vielen Dank für deinen Bericht!
    Wir sind gerade in kuching und haben Brandon kontaktiert. Er wollte jedoch gleich 190 R pro Person für die Tour haben und wir waren deshalb skeptisch. Hattest du das Gefühl, dass er gern etwas die Preise individuell anpasst?
    Hast du noch andere Tipps für uns hier?
    VG Friederike

    • Hallo Friederike,
      ich denke das die Preise wahrscheinlich auch Saisonabhängig und darauf aufgebaut sind, wie viele Teilnehmer dabei sind. Ich würde es trotzdem machen. Die Tour lohnt sich.
      Liebe Grüße
      Jessica

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