Vielleicht sollte ich erst einmal kurz erzählen wer ich bin: Ich bin der World Traveling Penguin, aber meine Freunde nennen mich Ping. Ich reise um die Welt, habe einen Blog in dem ich darüber berichte und will euch hier ein bisschen was über meinen letzten Aufenthalt in London erzählen.
London Inside…ich habe mir mein hübsches Köpfchen darüber zerbrochen was ich schreiben soll. Soll es ein Bericht darüber sein wie man sich in London am günstigsten vegan ernährt? Oder der Potter Walk auf dem ich euch alle Drehorte der achtteiligen Blockbuster-Reihe zeige, die ich finden konnte?
Nein, das ist alles nicht gut, denn nur veganer und Nerds hätten etwas von diesen Infos. Also ist nun ein Bericht aus allen Kleinigkeiten daraus geworden, an die ich mich noch dank meines Reisetagebuchs erinnern kann und die in keinem Reiseführer Erwähnung finden (oder nur am Rande ganz ohne Foto genannt werden), obwohl sie es verdient hätten.
Die Southwark Cathedral
Wo soll ich nur anfangen…vielleicht mit meiner Lieblingskirche. Nein es ist nicht die St. Pauls Cathedral und auch nicht die Westminster Abbey. Die wollen beide unerhörte Eintrittspreise und als ich in London war, war meine Brieftasche zugegebener Weise ziemlich leer.
Direkt beim Borough Market findet man aber eine Kirche, die den beiden anderen in nichts nachsteht (außer vielleicht was die Größe belangt). Sie nennt sich Southwark Cathedral. Ihr eigentlicher Name lautet „The Cathedral and Collegiate Church of St Saviour and St Mary Overie“ aber wer kann sich einen derart sperrigen Namen schon merken?
Der Eintritt ist gratis, nur das Fotografieren kostet 2 Pfund und das Filmen 4 Pfund, wobei es mir allerdings ein Rätsel bleibt, warum man eine Kirche filmen sollte, Steinwände führen in der Regel keine besondere Performance vor.
Die Geschichte der Kirche ist bewegt. Im 11. Jahrhundert wurde sie erbaut und machte in den darauffolgenden Jahrhunderten immer mal wieder Bekanntschaft mit dem Feuer, weshalb der Bau, der heute zu sehen ist, aus vielen verschiedenen Jahren zusammengesetzt ist.
Besonders erwähnenswert ist, dass hier ein Shakespeare Denkmal aus durchscheinendem Alabaster steht, was recht passend ist, liegt hier doch einer seiner Brüder begraben. Und zum sechzigsten Kronjubiläum wurde hier ein neues Buntglasfenster der Queen zu ehren installiert, es zeigt zur Abwechslung mal keine Bibelszene, sondern ist abstrakt und knall bunt. Wenn am Vormittag die Sonne durch das bunte Glas fällt, ist das ein wirklich wunderschöner Anblick!
In London – Essen für Zwischendurch
Zwar keine Sehenswürdigkeit, aber dennoch ein sehr beliebter Anlaufort von mir in London: Marks & Spencer. Dort geht es ausschließlich um das leibliche Wohl. Ja, ich spreche von einem Supermarkt und schäme mich auch nicht dafür. Das Konzept von Marks & Spencer basiert auf dem Trend zur gesunden Ernährung. Das bedeutet in diesem Falle aber nicht Grünkernbratlinge und zuckerfrei, sondern das tatsächlich nur das Drin ist was rein gehört!
Ich habe mir dort zum Beispiel Kakaopulver gekauft und die Zutaten darin waren: Kakao und Zucker. Kein Milchpulver, kein Geschmacksverstärker, keine Konservierungsmittel, Farbstoffe oder was einem sonst noch absurdes einfallen könnte. Die Preise sind dabei vergleichbar mit denen vom deutschen Penny Markt, bei diesen Preisen kann man natürlich nicht erwarten, dass es auch noch Bio ist. Ich für meinen Teil war jedenfalls begeistert und habe mein Essensgeld zum größten Teil dort gelassen.
Harry Potter in London
Ganz kann ich auf Harry Potter kann ich allerdings dann doch nicht verzichten.
Fangen wir mit den nerdigsten Adressen in London an:
Ob Fan oder nicht: Beim Gleis 9 ¾ sollte man vorbeischauen. Beziehungsweise dort, wo es hin verlegt wurde, denn ursprünglich hatte man das Schild tatsächlich am Gleis 9 angebracht, aber die ganzen Touristen die dort ein Foto machen wollen blockierten den Personenverkehr. Jetzt ist es in der Halle davor montiert worden zusammen mit einem zersägten Gepäckwagen, der aussieht als sei er schon halb durch die Wand gefahren.
Natürlich konnte ich es nicht lassen und musste auch mal am legendären Gleis 9 3/4 vorbeischauen.
Die Schlange ist immer lang und Warner Brothers hat längst erkannt dass man dort einen Haufen Geld machen kann. Ein Animateur und ein Fotograf stehen dort, verteilen Schals der verschiedenen Hogwartshäuser und knipsen einen, wie man zu Hogwarts-Express durch die Wand läuft. Diese Fotos kann man dann in „Platform 9 ¾ Shop“ kaufen, muss man aber nicht und wenn man in Begleitung ist, darf diese natürlich auch mit knipsen.
Der Shop ist natürlich kommerzielle Ausbeutung des Filmes und der Romanreihe, aber (abgesehen von den Plastikzauberstäben) sind die Merchandise Artikel wirklich hochwertig und selbst wenn man weder Fan ist, noch gewillt dort Geld zu lassen, sollte man den Laden einmal unter die Lupe nehmen. Ich für meinen Teil habe mir ein Ticket für den Howarts-Express geholt, mal sehen ob ich wie erwartet in Slitherin lande.
Nerdiges Spielzeug und Sammelartikel rund um den bebrillten Zauberlehling gibt es aber natürlich nicht nur hier auch Harrods hat eine tolle Abteilung zu diesem und anderen Movie Themen (Heer der Ringe, Batman…) und auch bei Hamleys geht man nicht leer aus, dazu komme ich aber später noch mal.
London Sherlock Holmes und die Baker Street
Wo wir gerade bei Romanhelden sind: Sherlock Holmes lebte in der Baker Street 221B. natürlich tat er das nicht wirklich, heute steht dort dennoch seine Wohnung und zwar originalgetreu nachgebaut. Das waren echte Fans am Werk, denn jedes Detail aus den Büchern ist hier wieder zu finden, von dem Tabak der in einem Pantoffel versteckt wurde bis hin zu dem Klappmesser mit dem der gelangweilte Sherlock einfach nur so die Briefe auf den Kamin spießte.
Ob man Fan ist oder nicht, das sollte man sich ansehen, allein der Liebe zum Detail Wegen!Als ich 2013 dort war, kostete es nur 8 Pfund, auf der Website steht inzwischen 15 Pfund.
Und einen Pub hat Sherlock auch. Und zwar in der Northumberland Street 10. Hier hat Sir Athur Connan Doyle Teile seines ersten Sherlock Holmes Roman geschrieben unter dem Titel „Eine Studie in Scharlachrot“. In enger Zusammenarbeit mit dem Museum sind auch im Sherlock Holmes Pub Stücke aus den Fällen des Meisterdetektivs ausgestellt und es gibt sogar ein nach ihm und ein nach Watson benanntes Dunkelbier.
Ein natürliches Bedürfnis
Ich glaube darüber hat noch kein Touristenführer berichtet, aber wenn man den ganzen Tag durch die Stadt rennt benötigt man hin und wieder eine öffentliche Toilette.
Im Gegensatz zum deutschen Äquivalent ist der Toilettenbesuch in London so gut wie immer kostenfrei. Nach einer Woche in dieser Stadt, hatten sich bei mir jedoch ein paar Toiletten herauskristallisiert die ich bevorzugte, wenn sie denn in der Nähe waren. Mein eindeutiger Favorit war die Toilette in Sherlock Holmes Museums-Shop, dort war es sauber, es gab nie eine Schlange und das Toilettenpapier war mehrlagig!
Platz zwei beanspruchte der Pub im Bahnhof Kings Cross, der die Treppe rauf neben dem Gleis 9 ¾ Shop ist. Hier sieht es aus als wäre man auf dem Klo eines teuren Hotels und es riecht immer nach frischen Blumen die in großen Sträußen aufgestellt sind. Neben der Flüssigseife findet man sogar noch Handcreme.
Platz drei sind die Bahnhofstoiletten in Kings Cross, auch wenn es überraschen mag, dass die Toiletten auf einem Bahnhof mal nicht eklig sind. Diese sind aus Edelstahl, Hightech und immer extrem sauber.
Das ist natürlich noch nicht alles, freut euch auf den zweiten Teil vom Pinguin Special
Exzentrische Grüße vom (fast schon) berühmtesten Pinguin der Welt.
Euer World Traveling Penguin
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Ein schöner Bericht! Danke für Tipps jenseits von London Eye und Wachwechsel:-) Vielen Dank auch besonders für die wertvollen Toilettenhinweise! Sehr nützlich. Ich habe ja überrascht festgestellt, dass nicht mal alle Schnellrestaurants Toiletten haben in London. Sehr nervig.
Viele Grüße von Sabine
Oh ja das ist mir auch aufgefallen. Da wird die Suche manchmal zur Zerreissprobe.
Dieser Bericht mit den Bildern ist Dir gut gelungen, genau so wie wir es von Dir gewohnt sind . . .
Ich wünsche Dir ein besinnliches Osterfest und viele kreative Gedanken . . . .
Liebe Grüße von Hans Peter