Westfälisch Genießen: Geschichten von Kräutern und Hochprozentigem

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Ich bin unterwegs im Münsterland und Westfalen. Nur einen Steinwurf von meiner Heimat entfernt, eröffnet sich mir eine neue und außergewöhnliche kulinarische Welt. Zwischen üppigen Feldern, urigen Kleinstädten und einer Menge frischer Landluft entdecke ich die kulinarischen Seiten Westfalens.

Der erste Teil meiner Reise ist nicht nur durch typisch regionale Küche geprägt, sondern auch hochprozentig angehaucht und abenteuerlich abgerundet.

Zwischen Fachwerkhäusern, Bienenstöcken und Traktoren

Gerichte die im Kopf bleiben. Gepaart mit einer gehörigen Portion Mut und einem unersättlichem Hang zu Entdeckung. Man könnte meinen eine solche Paarung würde man nur in den Metropolen dieser Welt finden. Tatsächlich stehe ich im westfälischem Hinterland zwischen Fachwerkhäusern und einem ordentlichen Kräutergarten.

Westfälisch Genießen: Geschichten von Kräutern und Hochprozentigem

Der Museumshof Senne ist die Location für abenteuerliche Speisen, bei denen vor allem Kräuter und Wildpflanzen den Ton angeben. Das alles wird garniert mit frischen Gemüse der Saison, das ebenfalls zum größten Teil aus den eigenen Bauerngärten kommt. Gegessen wird im historischen Gasthaus Buschkamp. Die servierten Gerichte stammen aus der Feder von Silvio Eberlein.

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Brot wie zu Omas Zeiten aus dem Backspeicher

Gebacken wird hier auf dem Museumshof auch und zwar nach ganz alter Tradition. Backen ist hier keine schnelle Sache und wird regelrecht zelebriert. Bis der 150 Jahre alte Ofen auf Betriebstemperatur ist, kann schon mal ein halber Tag vergehen.

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Das Zauberwort heißt hier Natursauerteig. Hefe? Fehlanzeige. Der Brotteig ruht bis zu 16 Stunden. Zum Vergleich: Bei Verwendung von Hefe herkömmlicher Teig meist weniger als eine Stunde um die richtige Konsistenz zu erreichen. 280 Grad heiß ist der Ofen, wenn das Brot in ihm backt. Ein verführerischer Duft steigt auf und der wohlige Geruch kitzelt die Nase. Das Brot von Silvio Eberlein kann mit Industriebackwaren nicht mithalten.

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Leckeres auf der Küche des Gasthauses Buschkamp

Wo traut man sich eigentlich einen kleinen herzhaften Gruß aus der Küche im Bienenstich Gewand erschienen zu lassen? Natürlich im Gasthaus Buschkamp. Der Bienenstich von Bio-Gänseleber mit kristallisiertem Honig ist ein Gedicht und leitet die kommenden Speisen perfekt ein.

Auf dem Speiseplan stehen:

Lachsforelle mit Tannenschösslingen gebeizt,

Austernpflanze mit pochiertem Landei  

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Filet und Bäckchen vom Weiderind,

Olivenkraut und Selleriepüree

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„Namelaka Orizaba“

Schokoladencreme mit Veilchen-Marshmellow und Heidelbeeren

Westfälisch Genießen: Geschichten von Kräutern und Hochprozentigem

Mich erwartet eine kreative und vor allem sehr kräuterlastige Küche, die mit ihrem besonderen Hang zu regionalen Spezialitäten besticht. Jedes Gericht glänzt zwar mit klassischen Komponenten, aber auch mit dem Gewissen etwas.

Das Olivenkraut bringt das Rind mit seinem frischen, leicht harzigen und olivenähnliche Geschmack auf eine neue Ebene. Auch der außergewöhnliche Geschmack der Austernpflanze, die tatsächlich nach Meer schmeckt, ergänzt sich hervorragend mit der Lachsforelle.

Namelaka ist japanisch und heißt so viel wie „ultracremig“ und wurde in der Valhrona School entwickelt. Valhrona ist ein Hersteller für hochwertige Schokolade. Bei dieser Technik der Zubereitung wird die klassische Mousse au Chocolat auf ein Level gestellt, das seinesgleichen sucht. Ich glaube, ich bin verliebt!

Cupcakes mal anders: Auf westfälische Art

Selber gekocht, oder besser gesagt, gebacken wird auch und zwar mit meinem (neuen) Lieblingskraut dem Rainfarn. Okay, okay, vielleicht gerate ich kurz ins schwärmen. Ich hoffe es sei mir verziehen, denn Rainfarn schmeckt wirklich fantastisch. Mit einer kleinen Menge Rainfarn werden die Cupcakes zu einem wahren Gedicht. Eigentlich ist das Kraut bitter, doch die Dosis macht hier das Gift. Dezent angewendet ist der Cupcake unwiderstehlich.

Auch die Cupcakes mit Gewürz-Tagetes und Pumpernickel sind außergewöhnlich und typisch westfälisch. Schließlich haben das Pumpernickel und das verwendete Rübenkraut tiefe westfälische Wurzeln.

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Gasthaus Buschkamp: Hinkommen

Versteckt zwischen alten Fachwerkhäusern, Obstbäumen und Bienenstöcken steht das Gasthaus Buschkamp aus dem Jahr 1811. Der Gastronom und Koch Silvio Eberlein kreiert hier seine einzigartige und unverkennbare Küche mit einem regionalen Einschlag.

Adresse:

Buschkampstraße 75, 33659 Bielefeld
Telefon: 0521 492800
E-Mail: info@museumshof-senne.de

Weitere Infos gibt’s hier:

www.museumshof-senne.de

Hof Schulze Rötering – Traktoren & Hochprozentiges

Kindheitsträume sind dafür da um gelebt zu werden, oder? Ich bin nicht auf dem Land aufgewachsen und deswegen haben mich Traktoren schon immer fasziniert. Fast alle Fortbewegungsmittel, die ich so kenne, bin ich auch schon gefahren. So ziemlich alle, bis auf Traktoren.

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Nun sollte es auf dem Hof Schulze Rötering soweit sein, diesen kleinen aber feinen Traum zu leben. Hier werden Traktor Touren durch die malerische Münsterländer Kulisse angeboten. Das beste dabei? Ich muss mich nicht chauffieren lassen, sondern .fahre eigenständig. Selbst ist die Frau

Auf mich warten einige restaurierte Schätzchen und ich suche mir einen schnittigen grünen Flitzer aus. Vor mir liegt eine aufregende Fahrt, bei der ich sogar mal richtig Gas geben darf. Das ist ganz nach meinem Geschmack.

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Hochprozentige Köstlichkeiten und besondere Tropfen

Angeschlossen an den Hof ist eine Brennerei. Hier stehen die Kessel kaum still, denn seit 1767 wird hier auf dem Hof gebrannt. Ein eigens entwickeltes Verfahren sorgt für ein mildes und einzigartiges Aroma. Bei einer Führung durch die kleine Brennerei erfahre ich so einiges über Schnaps und Brände, das ich noch nicht wusste.

Westfälisch Genießen: Geschichten von Kräutern und Hochprozentigem

Im Mittelpunkt thronen die Kupferkessel, die wahren Schöpfer der einzigartigen Brände. Das besondere hier ist der 19 Meter hohe kupferne Brennturm. Dieser ist ausgestattet mit 60 Reinigungsböden. Deutschlandweit ist diese Konstruktion einzigartig und trägt dazu bei, dass der Brand besonderes mild ist.

Im Vorfeld habe ich schon einige Brände aus dem Haus Schulze Rötering verkosten dürfen und mein Favorit war der Orangengeist. Ein aus mallorquinischen Bio-Orangen gebrannter Geist, der ein ganz besonders feines Orangenaroma mit sich bringt. Puristen genießen den Geist am besten ohne Schnick Schnack, aber auch mit Tonic Water gemischt schmeckt der herrlich erfrischend. Hier kommt richtiges Urlaubsfeeling auf.

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In der Brennerei wird die Kunst des Brennens zelebriert und mit Begeisterung auch an Laien weitergegeben. Die verwendeten Produkte sind lokal oder eben unter besonderen Gesichtspunkten ausgesucht. Wer mit der Materie des Brennens nicht vertraut ist, der wird hier bestens beraten.

Zwischen Likören, Geistern und den verschiedenen Bränden gibt es Unterschiede, von denen ich noch nicht wusste. Auch die Reifung in den unterschiedlichsten Fässern (unter anderem Sherry- oder Bourbonfass) gehören zu den Finessen der Brennerei.

Nicht umsonst wurde die Brennerei Schulze Rötering mit etlichen qualitativ hochwertigen Spirituosen-Prämierungen der Welt ausgezeichnet.

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Hof Schulze Rötering: Hinkommen

Im wunderbaren und grünem Münsterland gelegen befindet sich der Hof Schulze Rötering. Hier lässt es sich, eingebettet zwischen Feldern, bei einer Tasse Kaffee oder einem Glas hochprozentigem wunderbar aushalten. Der hofeigene Laden verkauft Münsterländer Köstlichkeiten und auch eigene Brände. Nebenan im Landgasthaus serviert man regionale und saisonale Küche. Das Highlight: Eine Fahrt mit den historischen Traktoren.

Adresse:

Prozessionsweg 115, 59227 Ahlen

Tel. Hof/Geschäft: 0 23 82 / 27 42

Tel. Landgasthaus: 0 23 82 / 88 98 98 0
E-Mail: info@schulze-roetering.de

Weitere Infos gibt’s hier:

https://www.schulze-roetering.de/aktuelles/

Offen und ehrlich: Danke an Westfälisch Genießen für die Einladung. Meine Meinung wird dadurch wie immer, nicht beeinflusst. Ich berichte nur über Orte und Dinge, die ich wirklich von Herzen empfehlen kann. Für diese Reise erhielt ich eine vergütete Pauschale.

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Jessica

Hi, schön, dass du hier bist! Ich bin Jessica und habe mein Herz an fremde Kulturen verloren. Mit der Kamera in der Hand erkunde ich die Welt. Ich bin kunstinteressiert, immer unterwegs, süchtig nach Erdnussbutter, guten Burgern, Streetart und Disney-Filmen. Mein Herz habe ich schon lange an meine Heimat - den Ruhrpott, verloren. Begleite mich auf meiner Reise!

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